Innovativ, effizient, zukunftsorientiert – Vanillaplan bei der Fachtagung zur Digitalisierung in der Gebäudetechnik

Elena Höppner
da Elena Höppner Content Marketing 13.10.2022

Mithilfe von Online-Konfiguratoren automatisiert Kostenberechnungen erstellen, durch Simulation das effektivste Energiesystem ermitteln oder mit VR-Technik die Ausbildung aufpeppen – die Anwendungsgebiete von digitalen Technologien in der Gebäudetechnik sind ebenso zahlreich wie zukunftsträchtig.

Wir durften letzte Woche an der Fachtagung zur Digitalisierung in der Gebäudetechnik des Gebäudetechnikverbands suissetec im Kosmos Zürich dabei sein. Durch interessante Vorträge konnten wir in entspannter Kinoatmosphäre samt Popcorn vielseitige Einblicke in die Digitalisierungsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Bereichen der Gebäudetechnik gewinnen. Von digitalem Vertrieb über die Planung mithilfe von Simulation bis hin zum Einsatz von VR-Technologie im Ausbildungsbereich bot sich uns eine breite Palette an Themenfeldern.

Besonders spannend in Bezug auf die Digitalisierungsmöglichkeiten im Vertrieb fanden wir den Fokus auf eine weitgehend von zuhause aus durchführbare Beratung – im ersten Schritt sogar mit einer algorithmenbasierten, automatischen Preisermittlung. Mithilfe eines Konfigurators können individuelle Produktkombinationen, beispielsweise im Rahmen eines Badezimmerumbaus, erstellt und die ungefähren Kosten sofort und von überall aus ermittelt werden. Ebenfalls sehr interessant für uns war, welche Möglichkeiten Simulation in der digitalen Planung bietet. So können unterschiedliche Optionen anhand ausgewählter Kriterien miteinander verglichen und auf diese Weise die effektivste Variante gefunden bzw. die bestehende dahingehend optimiert werden. Und nicht zuletzt beeindruckte uns das Einsatzgebiet von Virtual Reality im Ausbildungsbereich der Gebäudetechnik. Am Beispiel der Rohrverpressung und des Bitumenschweissens wurde demonstriert, welche Potenziale VR-Technologie in der Ausbildung mit sich bringt: Angefangen bei Ressourcenverbrauch und Materialkosten über das Verletzungsrisiko bis hin zu Bildungsvorteilen, beispielsweise durch die beliebigen Wiederholungsmöglichkeiten oder der Feststellbarkeit, an welchem Punkt die Ausführung noch fehlerhaft war.

Nach diesem inputreichen Nachmittag hatten wir die Möglichkeit, Lars Kunath, Verantwortlicher für digitale Lösungen Gebäudetechnik bei suissetec, und Stefan Wüst, Mitglied des Zentralvorstands, bei einem reichhaltigen Apéro einige Fragen zum heutigen Event zu stellen.

Dabei interessierte uns in erster Linie, wie Digitalisierung bei suissetec umgesetzt und gefördert wird.
Wir haben gehört, dass die heutige Fachtagung zur Digitalisierung eine Prämiere, also der erste Anlass zum Thema Digitalisierung ist. Welche Rolle spielt Digitalisierung für suissetec?

Lars Kunath erzählt:
Digitalisierung spielt für suissetec eine sehr grosse Rolle. Es lassen sich verschiedene Megatrends verzeichnen, wie Fachkräftemangel oder Materialknappheit, in Bezug auf welche keine Entspannung abzusehen ist, für die Digitalisierung jedoch einen Lösungsansatz darstellt. Aus diesem Grund ist es unser Ziel, unseren Partnern die Angst vor Digitalisierung zu nehmen. Wir wollen aufzeigen, wie und wo jede einzelne Firma mitwirken kann. Besonders kleineren Unternehmen möchten wir Mittel und Wege aufzeigen, wie sie effektiver werden können. In diesem Kontext ist auch die heutige Tagung zu betrachten – wir wollten einmal raus aus dem Digitalen und hin zu einem persönlichen Treffen. Primär wollten wir heute die Botschaft rüberbringen: Es müssen keine Riesenschritte Richtung Digitalisierung sein, Hauptsache, man fängt irgendwo an.

Stefan Wüst ergänzt:
Es wurde vor zwei Jahren eine eigene Stabstelle für Digitalisierung bei suissetec gegründet, um den Fokus speziell darauf zu legen und der Wichtigkeit dieses Themas Rechnung zu tragen. Zum einen ist es so, dass suissetec Produkte anbietet, aber zum anderen besteht unsere Aufgabe auch darin, das Mindset unserer Mitglieder zu verändern und als Verband spannende Lösungen zu bieten, um aktuell und interessant zu bleiben.

Über den konkreten Grund für den Anlass berichten beide:

Langsam haben wir die Power, so etwas durchzuführen. Unsere Mitglieder wissen oftmals trotz unserer Aktivität in den sozialen Medien nicht, was wir in Bezug auf Digitalisierung alles machen und anbieten. Unsere erste Idee für die heutige Tagung war es eigentlich, Firmen einzuladen, die digital noch nicht ganz so gut aufgestellt sind. Aber die Unternehmen, die sich angemeldet haben, waren digital sehr gut dabei; darum haben wir das Konzept dahingehend geändert, sie mehr in einer Vorbildfunktion zu präsentieren. Wir möchten eine ganze Lawine lostreten und wirklich etwas in Bewegung setzen. Der Anlass jetzt war quasi der Testlauf – und wir sind auf grosses Interesse gestossen, was uns sehr gefreut hat.

Abschliessend interessierte uns, in welchem Bereich der Gebäudetechnik die beiden Experten den grössten Nachholbedarf für Digitalisierungsprozesse sehen.

Lars und Stefan erzählen:
Meiner Meinung nach liegt der grösste Nachholbedarf in der Arbeitsmethodik auf der Baustelle. Das betrifft zum einen die Art, wie vor Ort gearbeitet wird; da hat man oftmals nicht das Gefühl, dass die Digitalisierung schon angekommen ist. Zum anderen gibt es viele Leerläufe, Wartezeiten und damit Ineffizienzen; dies betrifft eher den planerischen Teil, wie die Ressourcenplanung und die Kalkulation. In beiden Bereichen sehe ich deutliche Potenziale für Digitalisierung.

Wir freuen uns sehr, dass wir an diesem vielseitigen Anlass dabei sein durften und bedanken uns besonders bei Lars Kunath und Stefan Wüst für das anschliessende Interview.